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Autobahnbaustellen 2018

Wie viele Kilometer Autobahnen gibt es im Freistaat (wie viele Brücken)?

Das Netz der Bundesautobahnen hat aktuell eine Länge von rund 567 km. Davon umfasst die A 4 208 Kilometer, A 13 26 Kilometer, A 14 96 Kilometer, A 17 44 Kilometer, A 38 29 Kilometer, A 72 135 Kilometer und die A 9 29 Kilometer. In diesem Netz der Bundesautobahnen befinden sich rund 650 Brückenbauwerke.

Wo wird derzeit und in diesem Jahr auf sächsischen Bundesautobahnen gebaut?

Alle geplanten Baumaßnahmen erfolgen, um tiefergehende Schäden an der Fahrbahn, und infolge dessen mögliche Geschwindigkeitsreduzierungen auf Grund von Schäden an der Fahrbahnoberfläche, zu vermeiden. Alle Maßnahmen sind Bestandteil des diesjährigen Bauprogrammes.

Wo wird derzeit und in diesem Jahr auf sächsischen Bundesautobahnen gebaut?

A 4  Nossener Dreieck – Anschlussstelle Wilsdruff: Erneuerung der Fahrbahnübergangskonstruktion BW 24 – Saubachtalbrücke (April – Juni)

Grund: Hier erfolgt der Austausch der schadhaften Übergangskonstruktionen. Es handelt sich dabei um Gewährleistungsarbeiten, die nur in diesem Jahr noch zu leisten sind. Nur dadurch kann die Brücke auch weiterhin befahren werden. Bei einem Totalversagen der Konstruktion müsste die Brücke im kommenden Jahr gesperrt werden.

 

A 4 Anschlussstelle Dresden-Altstadt – Dreieck Dresden West:

Fahrbahnerneuerung Brabschützer Berg (April – Oktober)

Grund: Die A 4 wurde Anfang der 90’er Jahre in der heutigen Form neu gebaut. Es erfolgt nun eine Erneuerung der Betonfahrbahn auf Grund von AKR-Schäden (Betonkrebs). Die Maßnahme ist Teil des Sanierungsprogramms auf der A 4, bei dem in den vergangenen Jahren sukzessive der gesamte östliche Teil der A 4 bereits erneuert wurde. Die Fahrbahnerneuerung bis Raststätte Dresdner Tor ist erforderlich, um größere und weitere Schäden an der Fahrbahn und damit noch stärker in den Verkehr eingreifende Sanierungsmaßnahmen zu verhindern. Durch Betonkrebs können sich teile der Fahrbahnoberfläche lösen und eine deutliche Gefährdung im Verkehr darstellen.

 

A 4/A 72: Instandsetzungsarbeiten Überfahrt von der A 4 auf die A 72

(April – Juli)

Grund: Hier erfolgen eine Erneuerung der Fahrbahn auf Grund von Abnutzungserscheinungen sowie eine Erneuerung der Schutzplankensysteme.

 

A 13 Fahrbahnerneuerung zwischen Anschlussstelle Marsdorf – Anschlussstelle Schönborn (April – Septemberk

Hintergrund: Der Abschnitt wurde Anfang der 90’er Jahre gebaut. Hier erfolgt eine Instandsetzung der Fahrbahn sowie der Entwässerungseinrichtungen. Diese mussten eingebaut werden, da die Autobahn durch ein Wasserschutzgebiet verläuft. Die Maßnahme ist notwendig, um eine tiefergehende Schädigung der Fahrbahn zu vermeiden. Die Ablaufkanäle sind durch Lastwagenverkehr stark beschädigt und müssen ausgetauscht werden.

 

Geplante Maßnahmen der Fahrbahnerneuerung:

In diesem Jahr soll u.a. die Fahrbahn der A 14 zwischen den Anschlussstellen Leipzig-Nord und LEIPZIG-Mitte auf rund 3,2 Kilometern in Fahrtrichtung Dresden erneuert werden (Juni-Oktober).

Grund: Erneuerung der Fahrbahn auf Grund von Abnutzungserscheinungen durch hohe Verkehrsbelastung.

 

In diesem Jahr soll die Fahrbahn zwischen den Anschlussstellen Bautzen-Ost und Weißenberg auf jeweils rund 2,3 Kilometern in beiden Fahrtrichtungen erneuert werden (Juli-Oktober).

Grund: Die A 4 wurde Anfang der 90’er Jahre in der heutigen Form neu gebaut. Die Maßnahme ist Teil des Sanierungsprogramms auf der A 4, bei dem in den letzten Jahren sukzessive der gesamte östliche Teil der A 4 erneuert wurde.

 

Zwischen den Anschlussstellen Weißenberg und Nieder Seifersdorf in Richtung Görlitz ist ebenfalls eine Fahrbahnerneuerung geplant (Juli-November).

Grund: Die Maßnahme ist Teil des Sanierungsprogramms auf der A 4, bei dem in den letzten Jahren sukzessive der gesamte östliche Teil der A 4 erneuert wurde. Die Erneuerung der Fahrbahn erfolgt auf Grund von Abnutzungserscheinungen durch hohe verkehrliche Belastung.

 

Zwischen den A 72-Anschlussstellen Plauen-Ost und Treuen in Fahrtrichtung Hof wird die Fahrbahn auf rund 7,3 Kilometern erneuert (August-Oktober).

Grund: Die Erneuerung der Fahrbahn erfolgt auf Grund von Abnutzungserscheinungen durch hohe verkehrliche Belastung.

 

Maßnahmen des Brückenbaus:

Es laufen derzeit zwei Baustellen auf der A 4: neue Anschlussstelle Pulsnitz (Kreuzung der S 177) und Reparatur der Fahrbahnübergangskonstruktionen an der Saubachtalbrücke bei Wilsdruff (siehe oben). Weitere Brückenbaustellen sind in diesem Jahr planmäßig nicht vorgesehen.

 

Maßnahmen der Unterhaltung

Maßnahmen der Unterhaltung der Autobahnen finden über Rahmenverträge regelmäßig statt.

 

Diese Informationen einschließlich der Bauzeiträume sind auch im Baustelleninformationssystem des Freistaates Sachsen verfügbar.

Warum wird immer im Sommer, meist sogar zur Ferienzeit gebaut?

Asphaltierungs- und Brückensanierungsarbeiten können witterungsbedingt nicht im Winter ausgeführt werden. Ein Großteil der Arbeiten erfordert Frostfreiheit und möglichst Trockenheit.

 

In den Ferien sind in der Regel weniger Autofahrer auf den sächsischen Autobahnen unterwegs - da viele Pendler Urlaub haben. Daher kann gerade zu dieser Zeit gut gearbeitet werden, ohne viele Staus zu produzieren. Ausgenommen davon sind die Hauptreisetage wie zu Beginn oder zum Ende der Ferien. Eine Unterbrechung der Bauarbeiten in den Ferien würde wegen der relativ langen Zeiten für das Auf- und Abbauen der Verkehrssicherung zu einer erheblichen Verlängerung der Bauzeit führen.

 

Die notwendigen Arbeiten sind jedoch nicht auf die Ferienzeiten beschränkt sondern finden ganzjährig statt. Sie richten sich nach dem notwendigen Ausschreibungsprocedere sowie nach weiteren Belastungen des Gesamtnetzes und werden überjährig koordiniert.

Welche Verkehrszahlen wurden für die Planung der Baustelleneinrichtungen auf der A 4 /A 72 herangezogen (Baustelle A 72 – Chemnitz Süd sowie A 4 – Wilsdruff)?

Für die Baudurchführung und die im Vorfeld zu treffende Entscheidung zur bauzeitlichen Verkehrsführung und Spuraufteilung werden grundsätzlich die aktuell vorliegenden Verkehrszahlen zu Grunde gelegt.

 

Daher stehen im Bereich der A 4 auch während der jetzigen Baustellen grundsätzlich weiterhin drei Fahrspuren je Fahrtrichtung, auf der A 13 zwei Fahrspuren je Fahrtrichtung zur Verfügung.

 

Für den Bereich der A 72 am Kreuz Chemnitz wurde ermittelt, dass der Verkehrsfluss mit 2 Fahrspuren je Fahrtrichtung weiterhin fließen kann.

Warum wird nicht im 24-Stunden-Betrieb gebaut?

Die fachlich Beteiligten (Straßenbauverwaltung, Verkehrsbehörde, Naturschutzbehörde, Arbeitsschutzbehörde etc.) stimmen unter Abwägung aller Belange den voraussichtlich optimalen Bauablauf frühzeitig ab.

Betrachtet wird dabei u.a. die Verkehrsbelastung sowie der Schwerverkehrsanteil, die Lage innerhalb schutzwürdiger Gebiete und die Verfügbarkeit von Mischgutkapazitäten (Beton/Asphalt) in angemessener Transportentfernung sowie deren erlaubte Produktionszeiten (i.d.R. Betriebserlaubnis für 10 Stunden tagsüber).

Dabei wird der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer des fließenden Verkehrs genauso viel Gewicht beigemessen, wie der Sicherheit des Baustellenpersonals.

 

Unter Berücksichtigung der vorgenannten Punkte werden die Baumaßnahmen auf ihre optimale Durchführbarkeit hin untersucht und die jeweils geeigneten Maßnahmen der Ausschreibung der Bauleistung zu Grunde gelegt. Darüber hinaus besteht immer die Bestrebung, im Baustellenbetrieb die gleiche Anzahl an Fahrspuren dem Verkehr zur Verfügung zu stellen, wie dies im Normalbetrieb auch gegeben wäre.

 

Im Ergebnis war festzustellen, dass Tageslichtbaustellen mit verkürzter Regelbauzeit (die sogenannte Betriebsform 2) die wirtschaftlichste Art des Bauens bei gleichzeitig effektivster Bauzeitausnutzung und sicherster Bauabwicklung darstellt.

 

Unabhängig davon wird die Ausschreibung von 24-Stunden-Baustellen auch weiterhin in jedem konkreten Einzelfall geprüft.

Gibt es Anreize zum schnellen Bauen?

In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Konzepte zur Bauzeitverkürzung, Bonus-Malus-Regelungen und besonders eine verkürzte Regelbauzeit erprobt. Dies führte teilweise dazu, dass keine Angebote oder verteuerte Angebote im Ausschreibungsverfahren abgegeben wurden.

Warum gibt es keine Nachtbaustellen?

Nachtbaustellen werden nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Sie werden dort eingerichtet, wo tagsüber kein geeignetes Zeitfenster für die Arbeiten ohne Verkehrseinschränkung und damit verbundene Verkehrsstörungen besteht.

 

Insbesondere Instandsetzungsarbeiten an Schutzplanken etc., werden auf den hochbelasteten Autobahnen i.d.R. als Nachtbaustellen ausgeführt.

 

Betrachtet wird u.a. auch die Verfügbarkeit von Mischgutkapazitäten (Beton/Asphalt) in angemessener Transportentfernung sowie deren erlaubte Produktionszeiten (i.d.R. Betriebserlaubnis für 10 Stunden tagsüber). Denn der Betrieb von Mischanlagen in Nachtstunden kann eine massive Lärmbelastung für Anwohner bedeuten.

Warum kann es sein, dass auf den Baustellen nicht unmittelbar Bautätigkeit erkennbar ist?

Die notwendigen Arbeiten sind durch den Kraftfahrer nicht zwingend und unmittelbar erkennbar. Insbesondere Arbeiten an Brückenbauwerken müssen häufig an Bauteilen unterhalb der Fahrbahn bzw. im inneren der Bauwerke (begehbare Brückenüberbauten) durchgeführt werden.

 

Außerdem sind auf den Baustellen auch technologische Pausen erforderlich (z.B. für Betonerhärtung), in denen keine weiteren Arbeiten stattfinden können. 

Wer legt die Umleitungsstrecken fest und koordiniert diese?

Die Umleitungsstrecken werden grundsätzlich von den Verkehrsbehörden nach Anhörung aller Beteiligten festgelegt und koordiniert. Als Umleitungsstrecke können nur entsprechend leistungsfähige Straßen genutzt werden. Zudem sind zwingend weitere Baustellen im Netz zu beachten. Für die Autobahnen ist die Verkehrsbehörde im Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Dresden zuständig.

Warum gibt es kein generelles Überholverbot für Lkw?

Bundesautobahnen sind durch ihren Ausbauzustand ausdrücklich für den Schnell- und Schwerverkehr ausgelegt. Ein generelles Überholverbot steht somit dem Zweck der Infrastruktur entgegen. Unabhängig davon ist die Ausweisung von Überholverboten für konkrete Verkehrsarten möglich.

 

Der rechtliche Maßstab für die Beurteilung der Lkw-Überholverbote ergibt sich aus § 45 Absatz.1 und Absatz 9 der Straßenverkehrsordnung (StVO) und setzt stets eine Prüfung im Einzelfall voraus. Danach können die Straßenverkehrsbehörden die Benutzung bestimmter Straßen oder Straßenstrecken aus Gründen der Sicherheit oder Ordnung des Verkehrs beschränken oder verbieten. Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs dürfen jedoch nur angeordnet werden, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung der relevanten Rechtsgüter (hier insbesondere Leben und Gesundheit von Verkehrsteilnehmern sowie öffentliches und privates Sacheigentum) erheblich übersteigt.

 

Besondere örtliche Verhältnisse in diesem Sinne können bei verkehrsbehördlichen Maßnahmen wie einem Lkw-Überholverbot insbesondere in der Streckenführung, dem Ausbauzustand der Strecke, witterungsbedingten Einflüssen (z.B. Nebel, Schnee- und Eisglätte) oder der anzutreffenden Verkehrsbelastung und den daraus resultierenden Unfallzahlen begründet sein.

Wer entscheidet, ob und wo Überholverbote für Lkw eingerichtet werden?

Im Freistaat Sachsen ist für straßenverkehrsrechtliche Anordnungen auf Bundesautobahnen das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) zuständig. Ab dem 1. Januar 2021 geht die Zuständigkeit auf den Bund über.

Wer entscheidet, ob und wo Geschwindigkeitsbegrenzungen angeordnet werden?

Über die Anordnung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf Bundesautobahnen im Freistaat Sachsen entscheidet gleichfalls das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) nach jeweiliger Prüfung im Einzelfall. Ebenso wie bei der Anordnung eines Überholverbots für Lkw ergibt sich der rechtliche Maßstab für die Beurteilung § 45 Absatz.1 und Absatz. 9 StVO

Wer kontrolliert getroffene Maßnahmen?

Die Einhaltung der durch verkehrsrechtliche Anordnungen festgelegten Begrenzungen oder Verbote wird durch die Polizei kontrolliert.

Warum gibt es derzeit keine Alternative für das erhöhte Verkehrsaufkommen insbesondere auf der Bundesautobahn A4?

Im Bereich zwischen dem Autobahndreieck Dresden West und dem Autobahndreieck Nossen bündelt die A 4 die Autobahnen 4, 13, 17 und 14. Bedingt durch die in den vergangenen Jahren stark gestiegene Verkehrsbelastung dieser internationalen Achsen erreicht der 6-streifige Abschnitt in den Spitzenstunden seinen Grenzbereich. Die aktuellen Verkehrsmengen können mit dem Ausbauzustand der A 4 nur stockend bewältigt werden. Das Verkehrsaufkommen ist während der Bauzeiten nicht höher, muss jedoch auf ggf. weniger Fahrstreifen, die gleichzeitig noch schmaler sind, abgewickelt werden. Diese Einschränkungen bewirken Stauerscheinungen.

 

Großräumige Umleitungen über andere Autobahnen sind nicht möglich bzw. werden vom Verkehrsteilnehmer nicht angenommen. Um den Autobahnverkehr möglichst nicht ungeordnet ins nachgeordnete Netz zu leiten, existiert ein abgestimmtes Bedarfsumleitungsnetz. Insbesondere bei zusätzlich zum Baugeschehen auftretenden Unfällen erreichen auch die Umleitungsstrecken schnell die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Zudem ist nicht zu vermeiden, dass Ortskundige davon abweichen und das weitere nachgeordnete Netz benutzen.

Was würde passieren, wenn man die Autobahn bzw. die Brücke nicht sanieren würde?

Wenn keine regelmäßigen Erhaltungsarbeiten, bzw. keine Instandsetzung von Schäden an der Autobahn bzw. den Brückenbauwerken erfolgen würde, wird die vorgesehene Nutzungsdauer des Bauwerks nicht erreicht.

 

Durch das Unterbleiben können tiefergehende Schäden entstehen, die die Verkehrssicherheit, die Standsicherheit und die Dauerhaftigkeit der Autobahn oder des Brückenbauwerkes noch stärker beeinträchtigen.

 

Die Folge wären deutlich längere Baumaßnahmen mit deutlich stärkeren Eingriffen in den laufenden Verkehr.

Wer ist generell für die Bundesautobahnen zuständig?

Die Zuständigkeit obliegt dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Gemäß Art. 90 Abs. 2 Satz 2 GG liegt die Verwaltungszuständigkeit als Auftragsverwaltung bei den Ländern.

Wie hat sich die Belegung der Bundesautobahn 4 in den vergangenen 5 Jahren entwickelt?

Die A 4 ist im Abschnitt Nossen - Dresden die höchstbelastete Autobahn im Freistaat Sachsen. Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf die Entwicklung der Verkehrszahlen am Autobahndreieck Dresden-Nord. Die Zahlen spiegeln das durchschnittliche tägliche Gesamtverkehrsaufkommen (DTV) Montag – Freitag mit dem entsprechenden Schwerverkehrsanteil (SV) wider.

2013: DTV von   96.300 mit SV-Anteil von 16,8%
2014: DTV von 100.300 mit SV-Anteil von 16,7%
2015: DTV von 101.300 mit SV-Anteil von 17,7%
2016: DTV von 103.200 mit SV-Anteil von 18,8%
2017: DTV von 106.400 mit SV-Anteil von 19,5%

Wo sind die größten Unfallschwerpunkte?

Der mit Abstand größte Unfallschwerpunkt auf Autobahnen im Freistaat Sachsen befindet sich am Autobahndreieck Dresden-Nord in Fahrtrichtung Aachen.

Zudem sind die letzten ca. 1000 Meter  vor Baustellenbeginn potentielle Unfallschwerpunkte.

Darüber hinaus sind zeitweise Unfallschwerpunkte in Bereichen von Baustellen auf Autobahnen festzustellen, die in Abschnitten mit hohen Verkehrsaufkommen liegen.

Wann wird die A4 endlich ausgebaut?

Der Ausbau der A 4 auf acht bzw. sechs Fahrstreifen ist eine mittel- bis langfristige Aufgabe. Derzeit besteht für den Freistaat Sachsen kein Planungsrecht, da die Vorhaben nicht im Bundesverkehrswegeplan 2030 eingeordnet sind.

Welche Vorgaben müssen dafür noch erfüllt werden?

Voraussetzung für einen Planungsbeginn ist die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan 2030. Der Freistaat Sachsen bereitet auf Grund der aktuellen Entwicklungen einen Antrag nach § 6 des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen (FStrAbG) für einen achtstreifigen Ausbau der A 4 zwischen dem Autobahndreieck Nossen und dem Autobahndreieck Dresden-Nord vor. Gleichzeitig wird ein Antrag für den sechsstreifigen Ausbau zwischen dem Autobahndreieck Dresden-Nord und der Anschlussstelle Pulsnitz/Burkau an den Bund vor.

 

Der Bund wird die Vorhaben analog dem Bewertungsverfahren zur Erstellung des Bundesverkehrswegeplan 2030 bewerten. Bei entsprechendem Nutzen-Kosten-Verhältnis (mind. >1) ist eine nachträgliche Einordnung in den Bedarfsplan bzw. die Zustimmung zur Aufnahme der Planungen durch den Bund möglich.

Warum wird bis zu einem Ausbau der Standstreifen nicht freigegeben?

Die Umnutzung des Seitenstreifens für den fließenden Verkehr ist durch den Bund als Baulastträger der Bundesautobahnen grundsätzlich geregelt. Eine Seitenstreifennutzung kommt nur unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit und nur im Vorgriff auf den regelgerechten Ausbau von überlasteten Autobahnabschnitten in Betracht. Der Ausbau der betroffenen Strecke muss im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen vorgesehen sein. Weitere wichtige Voraussetzungen für eine Freigabe des Seitenstreifens sind:

 

  1. Der Seitenstreifen muss durchgehend eine ausreichende Breite aufweisen und eine entsprechende Tragfähigkeit besitzen. Dies gilt insbesondere auch auf Brückenbauwerken.
  2. Die Anschlussstellen müssen für die Freigabe des Seitenstreifens ausgebaut werden. Dazu ist es notwendig, zusätzliche Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen an die bestehende Autobahn anzubauen. Dafür müssen geografische Gegebenheiten beachtet werden (u.a. Berge an Auf- und Abfahrten), Grundstücksfragen geklärt werden und Baurecht bestehen.
  3. Da bei Freigabe des Seitenstreifens für den fließenden Verkehr keine Haltemöglichkeiten im Falle einer Panne vorhanden sind, ist die Neuanlage von Nothaltebuchten erforderlich.
  4. Zur Überprüfung des Seitenstreifens auf Hindernisfreiheit muss der Autobahnabschnitt lückenlos mit Kameras überwacht werden.
  5. Für die Freigabe bzw. Sperrung des Seitenstreifens muss die notwendige Verkehrstechnik installiert werden.
  6. Es ist eine Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf maximal 100 km/h und ggf. ein Überholverbot für LKW vorzusehen.
  7. Bei beabsichtigter Steigerung der Leistungsfähigkeit der Autobahnen und entsprechender Lärmzunahme sind Maßnahmen der Lärmvorsorge zu treffen.

Was kann das SMWA tun, damit sich die Situation auf Autobahnen schnell entschärft?

Neben dem bereits genannten Antrag nach Fernstraßenausbaugesetz als eher langfristige Lösung, in unfallauffälligen Abschnitten Geschwindigkeitsbegrenzungen, Planung zusätzlicher Lkw-Stellplätze, Ausweitung des Lkw-Überholverbotes.

 

Die Entwicklung des Verkehrsaufkommens auf der A 4 gibt zudem zwingend Anlass, neben Maßnahmen zur Kapazitätserweiterung der A 4 auch Möglichkeiten der Verkehrsverlagerung auf die Schiene in Betracht zu ziehen.

 

Eine Entlastung auch der A 4 erhofft sich der Freistaat bereits durch die Fertigstellung der Niederschlesischen Magistrale. Auch die Bahn geht davon aus, dass sich Rückverlagerungen auf die Schiene einstellen werden. Der Abschnitt Horka – Staatsgrenze ist Ende 2016 mit der neu errichteten Neißebrücke wieder in Betrieb gegangen. Die Inbetriebnahme der Gesamtstrecke soll Ende 2018 erfolgen und zur Entlastung des Straßennetzes insbesondere der A 4 vom Schwerverkehr beitragen.

 

Gemeinsam mit der Bahn, dem Bund, der Republik Polen und der Tschechischen Republik befinden wir uns in Gesprächen, um Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern (Rollende Landstraße).

Welche Möglichkeiten sehen Sie, mit den vorhandenen Parkplätzen das wachsende Problem der vollen Parkplätze zu lösen?

Mit den vorhandenen Parkplätzen kann das Problem nicht gelöst werden, da die vorhandenen Parkplätze zu wenig sind.

Auf der Grundlage von Erhebungen zur Lkw-Parkplatzsituation wurde mit dem Bundesverkehrsministerium ein Ausbaukonzept für die Autobahnrastanlagen in Sachsen abgestimmt.

Zwischen dem Autobahndreieck Nossen und Bundesgrenze wurden seit 2008 223 neue Stellplätze geschaffen. Weitere 175 sollen hinzukommen.

Welche Baustellentypen gibt es?

Es gibt verschiedene Typen von Baustellen.

 

1. Tagesbaustellen/Baustellen kürzerer Dauer

 

Baustellen, die nur über eine begrenzte Stundenzahl (< 24 Stunden) bestehen; in der Regel unter temporärer Einziehung von Fahrstreifen. Bei der Planung dieser Arbeiten wird der Reisezeitenkalender (Ferienreisetage) und Großveranstaltungen berücksichtigt.

 

Varianten

Kurzeitig stationär: Unterhaltungsarbeiten (z.B. Brückenprüfung), Reparatur von Schutzplanken, Beschilderungsarbeiten, Wartungsarbeiten an dynamischer Beschilderung, kleinere Deckenflickarbeiten, Vermessungsarbeiten.

Kontinuierliche Fortbewegung in der Verkehrsrichtung: zum Beispiel Reinigungsarbeiten an der Straßenentwässerung, Gehölzpflege / Mäharbeiten (auch am Mittelstreifen), Markierungsarbeiten, Streckenkontrolle.

Arbeiten zur Einrichtung einer Arbeitsstelle längerer Dauer (>24 Stunden).

 

2. Nachtbaustellen

 

Nachtbaustellen werden dort eingerichtet, wo tagsüber kein geeignetes Zeitfenster für die Arbeiten ohne Verkehrseinschränkung und damit verbundene Verkehrsstörung besteht.

 

Varianten

Baustelle kürzerer Dauer: Arbeitsstellen, die nur über eine begrenzte Stundenzahl (< 24 Stunden) bestehen. Die Arbeiten (Beschreibung siehe Punkt "Tagesbaustelle") werden -  unter Berücksichtigung der Tagesganglinien -  in die Nachtstunden verlegt.

 

Baustelle längerer Dauer (>24 Stunden, auch "Dauerbaustelle"); Verlagerung von Arbeiten, die zusätzlich eine Einziehung von Fahrstreifen erfordern (z. B. aus logistischen Gründen), in die Nachtstunden.

 

Abwicklung der Baumaßnahme im Mehrschichtbetrieb (Ausnutzung 24 Stunden), soweit technisch möglich und sinnvoll.

 

3. Dauerbaustellen (Sanierung/Ausbau)

 

Baustelle, die über einen längeren Zeitraum (> 24 Stunden) durchgehend und ortsfest erhalten bleiben.

 

4. Dauerbaustellen (Neubau)

 

Neubau einer Verkehrsanlage, Eingriff in den Verkehr nur bei Anbindung an das vorhandene Verkehrsnetz.

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